»Über die Umschwünge der himmlischen Kreise«Aljoscha

INSTALLATION

»Über die Umschwünge der himmlischen Kreise«De revolutionibus orbium coelestium

Utopien stehen für Wünsche und Träume, für tief greifende Veränderungen und für einen freien und unbegrenzten Geist. Sie versprechen das Betreten neuer Dimensionen, das Erreichen einer absoluten Gerechtigkeit und eines unendlichen Glücks. Am Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte Russland mit der Oktoberrevolution ihre utopischen Vorstellungen in die Realität umzusetzen. Die Künste – Literatur, Theater, bildende Kunst und Musik – spielten bei diesem gewaltigen Experiment eine wichtige Rolle und leiteten damit die einflussreiche Avantgarde ein.
Der aus der Ukraine stammende und seit 2001 in Düsseldorf lebende Künstler Aljoscha – ein »Visionär« und »Utopist« – beschäftigt sich mit der Definition zukünftiger Ästhetik. Das Herzstück seiner Kunst bilden die Theorien des Bioethischen Abolitionismus: Der Zweck zukünftiger menschlicher Existenz wird nicht mehr der Überlebenskampf, sondern das von dem uns innewohnenden Leid befreite, glückliche Leben sein und die daraus abgeleitete freie schöpferische Tätigkeit der Menschen wird zum Selbstzweck. Um seine Kunst im vielfältigen Universum zeitgenössischer Kunstproduktionen zu verorten, wählt Aljoscha den Begriff »Bioism«. Hiermit verweist er auf das organische Entstehen seiner Objekte und verankert seine ästhetische Vision in der zukünftigen Evolutionsentwicklung. Er betrachtet seine Objekte und Installationen als Lebewesen. Sie sind die Boten aus der fernen Zukunft und verkünden, dass die Menschheit vom unaufhörlichen Leid befreit und das unbeschränkte Glück für alle erreichbar sein wird. Aljoscha’s Kunst ist ein ästhetisches Manifest der allumfassenden Glückseligkeit, frei von jeglicher Notwendigkeit und jedem praktischen Zweck.
Für seine, speziell für die Konzertreihe »Sound der Utopie« der Düsseldorfer Tonhalle entwickelte Arbeit wählt Aljoscha den Titel: »De revolutionibus orbium coelestium. Über die Umschwünge der himmlischen Kreise«. Damit bezieht er sich auf das im Jahr 1543 veröffentlichte Traktat von Nikolaus Kopernikus. In seinem Schlüsselwerk beschrieb Kopernikus ein mathematisch-naturphilosophisches Modell, gemäß dem sich die Planeten einschließlich der Erde um die Sonne bewegen und die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Damit überbrachte er damals eine kühne Botschaft und bereitete den Weg für die wissenschaftliche Erfassung des Universums in der Zukunft.
Aljoscha platziert sein Objekt unter die Kuppel der heutigen Tonhalle, wo die Besucher ehemals in einem Planetarium den projizierten Sternhimmel beobachten konnten. Was macht seine Kunst aus, um nicht als eine bloße Dekoration wahrgenommen zu werden? In seinem künstlerischen Akt knüpft er an die Vergangenheit an und lässt die Zukunft sich in der Gegenwart manifestieren. Seine floral anmutende, transluzente Installation gleicht in ihrer Leichtigkeit und in ihrer Struktur einem musikalischen Werk. In seiner künstlerischen Arbeit versteht sich Aljoscha nicht als Interpret, sondern als ein Komponist, der neue, noch nicht existente Harmonien kreiert. In ihrer bizarren Form scheint seine Arbeit dem nächsten Evolutionsschritt entsprungen zu sein, sie birgt die Energie der Veränderung in sich. Fasziniert von den Utopien des vergangenen Jahrhunderts, überzeugt von den Kapazitäten des menschlichen Geistes und der Wissenschaft, schaut der Künstler in die zukünftige Entwicklung der Menschheit und entwirft neue Formen des Daseins. Die Entstehung seiner Objekte ist ein komplexer Prozess, der einem wissenschaftlichen Vorgang im Bereich der synthetischen Biologie nahe kommt. Aljoscha baut ein »organisches« System, welches in der Natur nicht vorkommt und verleiht diesem neue Eigenschaften – die eines Verkünders. Die fremdartige Schönheit des Kunstwerkes in Kombination mit der erklingenden Musik in der filigranen Architektur der Kuppel der Tonhalle offenbart die Prophezeiung des universellen Glück.
Hört es sich wie eine Utopie an? In 100 Jahren werden wir es überprüfen können.
(Text zur Ausstellung Natalia Gershevskaya)

Utopien stehen für Wünsche und Träume, für tief greifende Veränderungen und für einen freien und unbegrenzten Geist. Sie versprechen das Betreten neuer Dimensionen, das Erreichen einer absoluten Gerechtigkeit und eines unendlichen Glücks. Am Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte Russland mit der Oktoberrevolution ihre utopischen Vorstellungen in die Realität umzusetzen. Die Künste – Literatur, Theater, bildende Kunst und Musik – spielten bei diesem gewaltigen Experiment eine wichtige Rolle und leiteten damit die einflussreiche Avantgarde ein.
Der aus der Ukraine stammende und seit 2001 in Düsseldorf lebende Künstler Aljoscha – ein »Visionär« und »Utopist« – beschäftigt sich mit der Definition zukünftiger Ästhetik. Das Herzstück seiner Kunst bilden die Theorien des Bioethischen Abolitionismus: Der Zweck zukünftiger menschlicher Existenz wird nicht mehr der Überlebenskampf, sondern das von dem uns innewohnenden Leid befreite, glückliche Leben sein und die daraus abgeleitete freie schöpferische Tätigkeit der Menschen wird zum Selbstzweck. Um seine Kunst im vielfältigen Universum zeitgenössischer Kunstproduktionen zu verorten, wählt Aljoscha den Begriff »Bioism«. Hiermit verweist er auf das organische Entstehen seiner Objekte und verankert seine ästhetische Vision in der zukünftigen Evolutionsentwicklung. Er betrachtet seine Objekte und Installationen als Lebewesen. Sie sind die Boten aus der fernen Zukunft und verkünden, dass die Menschheit vom unaufhörlichen Leid befreit und das unbeschränkte Glück für alle erreichbar sein wird. Aljoscha’s Kunst ist ein ästhetisches Manifest der allumfassenden Glückseligkeit, frei von jeglicher Notwendigkeit und jedem praktischen Zweck.
Für seine, speziell für die Konzertreihe »Sound der Utopie« der Düsseldorfer Tonhalle entwickelte Arbeit wählt Aljoscha den Titel: »De revolutionibus orbium coelestium. Über die Umschwünge der himmlischen Kreise«. Damit bezieht er sich auf das im Jahr 1543 veröffentlichte Traktat von Nikolaus Kopernikus. In seinem Schlüsselwerk beschrieb Kopernikus ein mathematisch-naturphilosophisches Modell, gemäß dem sich die Planeten einschließlich der Erde um die Sonne bewegen und die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Damit überbrachte er damals eine kühne Botschaft und bereitete den Weg für die wissenschaftliche Erfassung des Universums in der Zukunft.
Aljoscha platziert sein Objekt unter die Kuppel der heutigen Tonhalle, wo die Besucher ehemals in einem Planetarium den projizierten Sternhimmel beobachten konnten. Was macht seine Kunst aus, um nicht als eine bloße Dekoration wahrgenommen zu werden? In seinem künstlerischen Akt knüpft er an die Vergangenheit an und lässt die Zukunft sich in der Gegenwart manifestieren. Seine floral anmutende, transluzente Installation gleicht in ihrer Leichtigkeit und in ihrer Struktur einem musikalischen Werk. In seiner künstlerischen Arbeit versteht sich Aljoscha nicht als Interpret, sondern als ein Komponist, der neue, noch nicht existente Harmonien kreiert. In ihrer bizarren Form scheint seine Arbeit dem nächsten Evolutionsschritt entsprungen zu sein, sie birgt die Energie der Veränderung in sich. Fasziniert von den Utopien des vergangenen Jahrhunderts, überzeugt von den Kapazitäten des menschlichen Geistes und der Wissenschaft, schaut der Künstler in die zukünftige Entwicklung der Menschheit und entwirft neue Formen des Daseins. Die Entstehung seiner Objekte ist ein komplexer Prozess, der einem wissenschaftlichen Vorgang im Bereich der synthetischen Biologie nahe kommt. Aljoscha baut ein »organisches« System, welches in der Natur nicht vorkommt und verleiht diesem neue Eigenschaften – die eines Verkünders. Die fremdartige Schönheit des Kunstwerkes in Kombination mit der erklingenden Musik in der filigranen Architektur der Kuppel der Tonhalle offenbart die Prophezeiung des universellen Glück.
Hört es sich wie eine Utopie an? In 100 Jahren werden wir es überprüfen können.
(Text zur Ausstellung Natalia Gershevskaya)

The Artist

Aljoscha
1974 in Gluchov, Ukraine geboren, studierte 2001- 2002 an der Düsseldorfer Kunstakademie als Gasthörer in der Klasse Prof. Konrad Klapeck. Seit 2006 wurde er mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Seit 2010 erfährt Aljoscha eine große Anerkennung, indem er zu zahlreichen Gruppen- und Soloausstellungen im In-, wie auch im Ausland eingeladen wird.

PressConference

04 Oct. 2017
Exklusiv für unsere Konzertreihe „Sound der Utopie“ hat der russisch-ukrainische Künstler Aljoscha ein Kunstwerk geschaffen, das nun unter der Sternenkuppel des Mendelssohn-Saals hängt. Die Installation trägt den Titel „De revolutionibus orbium coelestium. Über die Umschwünge der himmlischen Kreise“. Die Besucher des Sternzeichens am Freitagabend waren die ersten, die die spektakuläre, schwebende Skulptur zu Gesicht bekamen. Noch bis einschließlich 8. Oktober ist das Kunstwerk in der Tonhalle zu bewundern. #Sound_der_Utopie

RUSSIAN REVOLUTION RELOADED!
Eine einzigartige Performance - Zwei Orchester aber KEIN Dirigent! Das russische Persimfans-Orchester Moskau spielten zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern.
Am Sonntag gab es den zweiten Teil des utopischen Wochenendes - zusammen mit Christian Ehring und dem GRUNDKURS WELTREVOLUTION.

Teil 2 des "Persimfans"-Wochenendes in der Tonhalle. Man kann sich vorstellen, wie Wladimir Putin nur müde lächelt. Ein Orchester als Kollektiv, ohne Dirigent, führerlos, und alle sind gleichberechtigt? Wie soll das denn bitte funktionieren? Und welche Chaoten kommen überhaupt auf so eine Schnapsidee? Es war das Ensemble „Persimfans“, das 1922 in Moskau gegründet wurde und zehn Jahre lang große Erfolge feierte – bis zur Stalinistischen Kulturrepression. Ein Orchester, das auf den Dirigenten verzichtete, weil es keine feudalen Herrscher mochte. Vor einigen Jahren hat sich „Persimfans conductorless“ neu gegründet und lässt exakt 100 Jahre nach der Oktoberrevolution zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern die Utopien der europäischen Avantgarde hochleben. Wagemutig, wild, genreübergreifend. Ein Grundkurs Weltrevolution für Düsseldorf.
Utopisches von Beethoven und Mozart bishin zur "Ursonate von Kurt Schwitters.
#Sound_der_Utopie
Mehr Infos zum Programm:
http://tonhalle.de/reihen/reihe/Ehring-geht-ins-Konzert1/Ehring-geht-ins-Konzert/

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Photo and Video Elena Hill
Kuratorin: Natalia Gershevskaya

Foto and Video Elena Hill, Duesseldorf
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Programm Tonhalle

Russian Revolution Reloaded - Sound der Utopie I

Düsseldorfer Symphoniker
Persimfans-Orchester


Das 1922 gegründete Moskauer Ensemble „Persimfans“ – zu deutsch: »erstes symphonisches Ensemble« – war zu seinen Zeiten ein kreatives Unikum. Der Idee eines herrschaftsfreien Musizierens folgend, spielten die Musiker ohne Dirigenten in Kreisformation. Im Repertoire verbanden sich Klassiker mit mutiger russischer Avantgarde. Unter Stalin wurde das Ensemble nach 10 Jahren aufgelöst. 2008 gründete der Pianist und Klangkünstler Peter Aidu »Persimfans« neu. Das Ensemble versteht sich heute als Art-Group, die sich der Wiederbelebung jener Utopien der Avantgarde verschrieben hat, die durch die Diktaturen des 20. Jahrhunderts zerstört wurden. Nun spielt es zusammen mit Musikern der Düsseldorfer Symphoniker ein Programm ganz aus dem Geist der Oktober-Revolution. Teil 2 des großen »Persimfans«-Wochenende in der Tonhalle folgt am 8.10.!

Peter Aidu
Klavier
Meitus
Dneprostroi, Symphonische Suite
Wyschnegradsky
Préludes für zwei Klaviere
Meisel
Musik zu Eisensteins Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" (Ausschnitt)
Mozart
Ouvertüre zu "Die Zauberflöte", arrangiert für Kinos, Clubs, Radio, Schulen und Bühne (in der Pause)
Mossolow
Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 24 (1. und 2. Satz)
Mossolow
Klavierkonzert Nr. 1 op. 14


Grundkurs Weltrevolution - Sound der Utopie II
Düsseldorfer Symphoniker
Persimfans-Orchester
Christian Ehring
Moderation
Beethoven
Ouverture zu "Egmont" op. 84
Kruchenykh
Phonetik des Theaters
Schwitters
Ursonate (Ausschnitt)
Hindemith
Kammermusik Nr. 1 op. 24/1 für kleines Orchester
Mozart
Ouvertüre zu "Die Zauberflöte", arrangiert für Kinos, Clubs, Radio, Schulen und Bühne (in der Pause)
Meitus
Die Schläge der Kommunarden, rhythmische Deklamation
Meitus
Zum Tode Lenins, rhythmische Deklamation
Schillinger
Symphonische Rhapsodie "Oktober

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